Knie-Endoprothetik

Der künstliche Kniegelenkersatz ist mein operativer Schwerpunkt.

Die endoprothetische Gelenkversorgung führe ich im Krankenhaus Tabea in Hamburg durch (zertifiziertes EndoProthetikZentrum, EndoCert).

Wann wird ein künstliches Kniegelenk eingesetzt?

Wenn der Gelenkknorpel im Knie schwer geschädigt oder zerstört ist und die resultierenden Schmerzen mit nichtoperativen Mitteln nicht mehr beherrscht werden können.
Nicht nur Schmerzen, sondern auch die zusätzlich gestörte Gelenkfunktion können die Operation erforderlich machen.
Zum Beispiel ein instabiles „wackeliges“ Knie oder ein Knie, das nicht ausreichend gebeugt oder gestreckt werden kann. In der Praxis kann das so aussehen, dass es schwierig werden kann, Treppen herunter zu gehen oder vom Stuhl oder WC auf zu stehen.

Welche Prothesen-Systeme gibt es?

Die Wahl des Implantats orientiert sich am klinischen Untersuchungsbefund, dem Röntgenbild und intraoperativen Befund. MRT und CT werden zur Prothesenplanung nur in Ausnahmefällen angefertigt.

Es gibt vier verschiedene Typen.

  1. Unicondyläre Hemi-Endoprothese. Dieses Implantat wird auch Schlitten oder Schlittenprothese genannt. Sie wird einseitig auf der geschädigten Gelenkseite eingesetzt. Voraussetzung sind eine intakte Knorpelsituation in den anderen Gelenkabschnitten und ein erhaltener Bandapparat (Kreuzbänder und Seitenbänder). Für stark übergewichtige Patienten nicht geeignet.
  2. Oberflächenersatz-Endoprothese. Dieses Implantat wird auch bicondyläre Schlittenprothese oder Totalendoprothese genannt. Für Gelenke mit zwei oder drei verschlissenen Gelenkabschnitten. Voraussetzung für den Oberflächenersatz sind stabile gesunde Seitenbänder. Mäßige Achsfehlstellungen können mit diesem System korrigiert werden.
  3. Gekoppelte Prothesensysteme. Hierzu gehören Rotations- und Scharnierknie-Endoprothese. Diese Implantate finden Verwendung bei
    – geschädigten Seitenbändern
    – Defekten, die weit über den Knorpel hinaus reichen und ausgedehnte Areale des Knochens beteiligt sind
  4. Revisionsprothesen. Werden bei Wechseloperationen eingesetzt.

Wie wird die Knie-Prothese befestigt?

Mit Knochenzement oder zementfreier Verankerung. Anders als in der Hüft-Endoprothetik sprechen Langzeitstudien aktuell für die zementierte Operationsmethode.

Welche Erkrankungen können ein Gelenk schädigen?

Die häufigste Ursache ist die Arthrose, die zunehmende Abnutzung des Gelenkknorpels (Verschleiß).

In anderen Fällen sind es Spätfolgen nach Unfällen oder Verletzungen, z.B. Knochenbrüche mit daraus resultierenden Achsfehlstellungen, Meniskus- oder Kreuzbandrisse.
Auch wiederholte Meniskusoperationen können das Risiko einer Arthrose erhöhen.

Rheuma, Gicht, bakterielle Entzündungen, Knochennekrosen und andere seltenere Pathologien führen ebenfalls zur Gelenkzerstörung.

Muss mein Kniegelenk operiert werden, wenn das Röntgenbild gravierende Schäden zeigt?

Nein.

Wir Orthopäden behandeln nicht Röntgenbilder, sondern den individuellen Menschen mit seinen Beschwerden.
Für die Entscheidung zur Knie-Endoprothesen-Operation ist entscheidend, ob ein Patient mit seinem Gelenk noch zurecht kommt oder die Lebensqualität leidet.
Berücksichtigt werden neben dem Lebensalter auch Knochenbeschaffenheit, Gesundheitszustand und körperliche Aktivität.
So gibt es Betroffene, die auch mit objektiv stark geschädigtem Gelenken lange Zeit erstaunlich schmerzarm leben können.

Umgekehrt kann eine Arthrose bereits in einem früheren Stadium das alltägliche Leben sehr beeinträchtigen.

Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle.
Erst kurz bestehende Schmerzen sind in der Regel keine Indikation, eine anhaltende Beeinträchtigung der Lebensqualität schon.

Darüber hinaus ist es selbstverständlich, dass ein Facharzt überprüft hat, ob die Kniebeschwerden auch tatsächlich durch die Arthrose verursacht sind. Auch andere Krankheiten können Knieschmerzen bewirken, z.B. harmlose Sehnenreizungen am Knie oder Bandscheibenvorfälle.

Gibt es Alternativen zum künstlichen Kniegelenk?

Junge Patienten können unter bestimmten Voraussetzungen von einer Umstellungsosteotomie, einer operativen Korrektur der Beinachse, profitieren.

Kann man alternativ Knorpelzellen anzüchten und transplantieren?

Knorpelzelltransplantationen sind keine Option zur Behandlung der Arthrose, die im Normalfall flächig auftritt.Die Knorpeltransplantation wird bei kleinen, isolierten, meist unfallbedingten Knorpeldefekten in ansonsten gesunden Kniegelenken eingesetzt.

Mikrofrakturierung oder Anbohrung von kleinen Knorpeldefekten kann das Wachstum eines Ersatz-Faserknorpels bewirken. Zur Behandlung eines flächigen Knorpelverschleißes nicht geeignet.

Was bringen konservative Arthrose-Behandlungen?

Es gibt verschiedene Methoden Gelenkschmerzen bei Arthrose zu lindern.

Bei akut gereizten Kniegelenken mit entzündlicher Aktivität und Gelenkerguss kann eine einzelne Steroidinjektion durchaus längerfristig Ruhe in das Gelenk bringen.

Zu Akupunktur und Hyaluronsäure-Injektionen oder auch Naturheilpräparaten ist die Studienlage sehr gut. Bei vielen Betroffenen empfiehlt sich ein Behandlungsversuch mit diesen etablierten Therapien, bevor die Entscheidung zum künstlichen Kniegelenk eventuell zu früh fällt. Hierbei muss betont werden, dass ein neues Wachstum von Knorpelzellen nicht möglich ist. Behandlungsziel ist vielmehr effektive Schmerzlinderung und wahrscheinlich Knorpelschutz.

Übergewichtigen Patienten ist eine Gewichtsreduktion empfohlen.
Allen Arthrose-Patienten ist Bewegung ans Herz gelegt.

Weitere Informationen siehe in den Kapiteln Akupunktur, Hyaluronsäure-Injektion, Knorpelschutz-Therapie.

Sport mit künstlichem Kniegelenk?

Ja.

Allerdings sind nicht alle Sportarten geeignet. Ideal sind Radfahren, Schwimmen oder Walken. Golf ist oft eingeschränkt möglich, beim Tennis empfiehlt sich Grundlinienspiel. Wir bieten hierzu eine individuelle sportmedizinische Beratung an.

Letztlich ist eine Garantie zur Haltbarkeit der Prothese nicht möglich.

Die Gelenkersatzoperation wird aber durchgeführt, damit Sie wieder Freude an Bewegung haben.